Kostenloser Versand+Korkenzieher als Geschenk für Erstbestellungen ab 69€ mit dem Code WILLKOMMEN

Decántalo
Weinblog
Verpassen Sie nicht unsere Artikel über die Welt des Weins. Weingüter, Ausarbeitung, Weinregionen, Speiseempfehlungen, Interviews mit den besten Fachleuten der Weinszene... Alle Neuheiten aus der Welt des Weins.

Der Wein der italienischen Toskana: Verdienter Ruhm

11/08/2020 Herstellungsgebiet

Wenn wir über die Toskana sprechen, denken wir schnell an gute Weine. Dabei handelt es sich um eine bedeutende Weinbauregion in Mittelitalien, am Tyrrhenischen Meer, in der Qualitätsweine hergestellt werden. Der ausgezeichnete Boden, das günstige Klima und die lange Weinbautradition haben dazu beigetragen, dass der Wein der Toskana wohlverdienten weltweiten Ruhm erlangt hat.

Die Pyramide italienischer Qualität

In der Toskana wird seit der Antike Wein hergestellt. Jedoch erst im Jahr 1282 wurde die erste Zunft namens Arte dei Vinattieri gegründet. Eine Art Gewerkschaft, die die Gesetze für den Verkauf von Weinen aus Florenz regelte. Dabei handelte es sich um strenge Produktionsregeln, mittels derer die Qualität der Weine kontrolliert werden sollten.

Obwohl in Florenz seit langem eine Art Ordnung in der Weinproduktion besteht, herrschte im übrigen Italien eine ganze Zeit lang Anarchie. Erst 1963 richtet die italienische Regierung ein auf dem französischen System basierendes System der Ursprungsbezeichnung ein. Eine Klassifizierung, die es uns ermöglicht, Informationen darüber zu erhalten, was in jeder Flasche steckt:

– Vino da tavola (Tafelwein): Dies ist die grundlegendste Klassifizierung, und die Weine entsprechen keinem festgelegten Standard. Auf dem Etikett sind nur Informationen über die Art des Weins, sein Name und das Weingut angegeben, in dem er hergestellt wird.

– IGT (Typisierte Geografische Angabe, entspricht Landwein): sind Weine, die aus einem bestimmten geografischen Gebiet stammen. Dabei handelt es sich um ein ziemlich großes Produktionsgebiet und die Vorschriften sind normalerweise nicht sehr anspruchsvoll.

– DOC (Kontrollierte Ursprungsbezeichnung): Dies sind Weine, die in einem abgegrenzten Gebiet hergestellt werden und immer den geografischen Namen und manchmal sogar den Namen der Sorte tragen, aus der der Wein hergestellt wird. Sie basieren auf einer strengen Produktionsvorschrift, welche die Typizität und Qualität der Weine garantiert.

– DOCG (Kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung): Diese Klassifizierung ist die offizielle Anerkennung eines kleinen Grundstücks, das sich vom Rest einer DOC unterscheidet. Eine Mikrozone, deren Weine 5 Jahre in Folge wegen ihrer überlegenen Qualität über die Grenzen hinaus bekannt sind. Diese Weine können zwei zusätzliche Klassifikationen aufweisen: Clásico, um die Weine zu kennzeichnen, die auf traditionelle Weise hergestellt wurden, und Reserva, um diejenigen zu bezeichnen, die einer langen Reifephase unterzogen wurden.

Ausgehend von dieser Pyramide italienischer Qualität können wir in der Toskana 29 DOC und 7 DOCG identifizieren, die über die 10 Provinzen der Region verteilt sind.

Für viele war dieses System jedoch lange Zeit zu starr, und toskanische Produzenten, die mit ausländischen Trauben experimentieren und diese mit der offiziellen Sangiovese-Sorte kombinieren wollten, begannen sich von den Ursprungsbezeichnungen zu distanzieren. So entstand in den 70er Jahren eine inoffizielle Kategorie von Weinen namens „Super Toscanos“. Eine Klassifizierung, die seinerzeit weltweit bekannt wurde und sogar die Preise und die Anerkennung der im DOCG registrierten Weine übertraf. Derzeit wird versucht, dieses Problem, durch Anpassung der Vorschriften bei den großen Hersteller in der Toskana, zu beheben. Obwohl mittlerweile viele in die DOC/G-Klassifizierung aufgenommen wurden, gibt es immer noch Hersteller, die es vorziehen, in der Bezeichnung IGT Toscana zu bleiben, um Einschränkungen zu vermeiden. 

Die bekanntesten Weine der Toskana

Nach der Veranschaulichung der Klassifizierung des italienischen Weins in groben Zügen, stellen wir Ihnen die wichtigsten toskanischen Weine vor. Hochwertige Ausarbeitungen, die über die Grenzen hinaus bekannt sind.

Chianti, Italiens Wahrzeichen

Heutzutage ist Chianti nicht nur der bekannteste Wein aus der Toskana, sondern sogar der Wein, der für ganz Italien steht. In den Hügeln zwischen Florenz und Siena gelegen, ist sie die größte Weinregion der Toskana und in 8 Untergebiete unterteilt: Classico (Florenz und Siena), Colli Aretini (Arezzo), Colli Fiorentini (Florenz), Colli Senesi (Siena), Colline Pisane (Pisa), Montalbano (Pistoia, Prato), Montespertoli (Montespertoli) und Rufina (Rufina).

Chianti ist ein Wein, der zu mindestens 70 % aus Sangiovese-Trauben hergestellt wird. Es sind in der Regel junge, frische und süffige Weine. Obwohl es auch hervorragende Chiantis mit Fassreifung gibt. Die Produktionsstandards unterscheiden sich in jedem Untergebiet und bei jeder Kategorie, wobei die für Chianti die lockersten und die für Chianti Superiore die strengsten sind.

Innerhalb dieser Unterteilungen ist der Chianti Classico hervorzuheben. Er ist der ursprünglichste Chianti, der einen Teil der Provinzen Florenz und Siena abdeckt und dessen Weinberge sich in Höhen zwischen 250 und 500 Metern befinden. Die Flasche ist mit dem Symbol eines schwarzen Hahns gekennzeichnet, daher der Name „Chianti Classico Gallo Nero“, er wird aus 80 bis 100 % Sangiovese-Trauben hergestellt und in Holz gereift. Dieser Wein kann auch eine zusätzliche Qualitätsbezeichnung haben: Chianti Classico Gran Selezione. Eine Klassifizierung, bei der die Trauben vom Weingut selbst angebaut werden müssen und der Wein mindestens 30 Monate im Weinkeller und 3 Monate in der Flasche gereift werden muss. Dies sind komplexe, tanninhaltige, kräftige und sehr vollmundige Weine. 

Brunello di Montalcino, ein önologischer Schatz

Dabei handelt es sich um einen toskanischen Rotwein, der in dem Bergdorf Montalcino, in der Nachbarschaft von Siena, hergestellt wird. Ein Gebiet mit einer langen Weinbautradition, das ein trockenes und warmes Klima und felsige Böden aufweist, die weniger fruchtbar sind als die des Chianti Classico. Als relativ arme Bergbevölkerung revolutionierte Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gruppe von Winzern die Weinszene mit der Schaffung der Sangiovese Grosso-Traube, auch Brunelo (Verkleinerungsform von braun) genannt. Ein Klon der Sorte Sangiovese, aus dem ein hochwertiger Wein hervorging, den man viele Jahre altern lassen kann. 

Laut DOCG wird Brunello di Montalcino zu 100 % aus der Sorte Sangiovese hergestellt und darf erst 5 Jahre nach seiner Produktion auf den Markt gebracht werden. Davon muss er mindestens 2 Jahre im Holzfass und mindestens 4 Monate in der Flasche verbleiben. Er ist einer der bekanntesten Weine Italiens, der sich im Laufe der Zeit verbessert und der 10 bis 30 Jahre altern kann. 

Nobile Montepulciano, geliebt von Adligen und Ehrenmännern

Der Wein Nobile di Montepulciano ist einer der ältesten Weine Italiens, der bereits im 17. Jahrhundert als „König der toskanischen Weine“ definiert wurde. Er wird in der Stadt Montepulciano hergestellt, hauptsächlich aus der Sorte Prugnolo, unter der die Sangiovese-Traube vor Ort bekannt ist. Zudem muss er eine Reifephase von 2 Jahren im Holzfass durchlaufen, und 3, wenn es ein Reserva ist.

Bis vor kurzem war dieser Wein nicht so beliebt wie Brunello di Montalcino oder Chianti Classico. Dank der Erneuerung der Weinberge und der technologischen Modernisierung im Weinkeller positioniert er sich heute neu und gilt als einer der angesehensten italienischen Rotweine.

Vernaccia de San Gimignano, der großartige Weißwein aus der Toskana

Mit solch sagenhaften Rotweinen scheint der toskanische Weißwein in den Hintergrund zu treten. Jedoch verbirgt sich hinter ihnen eine großartige Qualität. Ein Beispiel hierfür ist Vernaccia de San Gimignano. Bei ihm handelt es sich um einen ausgezeichneten Weißwein mit einem großartigen blumigen Duft, der aus den gleichnamigen Trauben des toskanischen Dorfes San Gimignano gewonnen wird. Er ist ein aromatischer, feiner und durchdringender Wein mit einem sehr charakteristischen adstringierenden Nachgeschmack. 

Vin Santo, ein Süßwein der Luxusklasse

Unter den Weißweinen lohnt es sich auch, den Süßwein Vin Santo hervorzuheben. Sein Name stammt von seiner Herkunft, da es sich um einen Wein handelt, der früher für die Messe verwendet wurde. Dieser Wein wird hauptsächlich aus den Sorten Malvasía und Trebbiano hergestellt, die einen Trocknungsprozess durchlaufen, bevor sie fermentiert werden und der mindestens 3 Jahre lang in Holzfässern gereift wird. Obwohl er auch in anderen italienischen Regionen hergestellt wird, ist er eine toskanische Spezialität und als Stimmungsaufheller bekannt. 

Auch wenn wir Ihnen hier einige der berühmtesten Weine der Toskana vorgestellt haben, gibt es noch viele weitere zu entdecken. Überzeugen Sie sich selbst bei Decántalo. Da uns das Kino ein Leben lang in paradiesische Szenen des toskanischen Landlebens versetzt hat, gibt es nichts besseres, als diese mit einem Glas in der Hand Revue passieren zu lassen.  

Bild von Johni Goerend «Italien vineyard landscape during sunset (Italienische Weinberglandschaft während des Sonnenuntergangs). In Tuscany (In der Toskana)».

Original in Unspash @johnigoerend

Decántalo